12 März 2007

Affentheater

Trommelnde Geräusche auf unser Wagendach wecken uns kurz nach Sonnenaufgang. Ein Blick nach draussen bestätigt die Vermutung: Affen turnen vom Baum auf unser Dach runter und suchen in der Wiese rundum nach Nahrung. Auch unseren Abfall haben sie gründlich durchsucht und in der Umgebung verteilt. Fasziniert betrachten, filmen und fotografieren wir das muntere Treiben der ca 30 Meerkatzen um uns.



Schliesslich setzen wir unsere Reise fort, wir wollen heute eine etwa 100
Kilometer entfernte, angeblich wunderschöne und einsam gelegene Lodge aufsuchen und den Sandstrand geniessen. Doch kurz vor dem Ziel stellt sich heraus, dass auch die Zufahrtstrassen aus Sand sind und teilweise in so schlechtem Zustand, dass wir unser Vorhaben abbrechen müssen. Zu gross ist das Risiko, dass wir irgendwo in der Abgeschiedenheit im Sand stecken blieben. Schade! Traurig fahren wir die vielen Kilometer wieder zurück und beschliessen, das Ananasland zu verlassen. St. Lucia heisst das neue Ziel, das wir nun möglichst rasch erreichen wollen. Während der gesamten Fahrt bittet mich Marcel, ihm aus meinem Buch vorzulesen. Seit ich ihm gestern Abend einen kurzen Abschnitt aus der Robbie Williams Biographie „Feel“ vorgelesen habe, führt er sich wie ein Süchtiger auf, lässt mir grosszügig noch Atem-, Trink- und kurze Essenspausen. Jedenfalls vergeht mit Robbie die Fahrt schnell, und am späten Nachmittag erreichen wir - ich ziemlich heiser - schliesslich das Ziel. Nach einem kurzen Blick aufs Meer und dem Einkauf von Grillfleisch machen wir es uns auf dem Camping gemütlich, hier wollen wir bleiben. Wieder hopsen Meerkatzen um uns herum, diesmal sind sie sogar so vorwitzig, dass sie versuchen in den Bus zu steigen. Als ich mich mit einem besonders frechen Männchen anlege wird dieses aggressiv und bedroht mich fauchend, verteidigt heftig „sein“ Revier, sprich unseren Abfallsack. Der Abend klingt, wie könnte es auch anders sein, mit einer Gutenachtgeschichte aus der Robbie Biographie aus...