06 Februar 2007

Safari

Afrkanisches Wildlife und andere Abenteuer
Auf meiner Sunrise Tour und der anschliessenden Fahrt mit unserem VW-Bus durch den Park kommen wir nicht zu kurz, was Tierbeobachtungen anbelangt. Störche, Strausse, Schildkröten, Flightless Dung Beetles, Warzenschweine, Kudus, Antilopen, Zebras, Büffel, und wohl an die hundert Elefanten. Addo war wirklich ein sehr lohnender Ausflug.
Weiter geht’s nun Richtung East London oder Buffalo City, wie es heute genannt wird. Die Caltex Tankstelle auf dem Weg wird buchstäblich links liegen gelassen, weil Marcel überzeugt ist, dass dieses Benzin seinem Bus nicht schmeckt. Bald zeigt sich, dass es heikel ist, wenn man hier allzu wählerisch ist, denn auf dem langen Weg Richtung Grahamstown hat es weder eine Ortschaft noch eine Tankstelle und der Zeiger den Benzinuhr ist schon lange im roten Bereich. Und irgendwann ist es dann tatsächlich soweit, dass wir mit leerem Tank am Strassenrand stehen und versuchen möglichst seriös auszusehen, damit jemand anhalten würde und uns helfen unser Problem zu lösen. Doch die Hilfsbereitschaft oder die Möglichkeit zu helfen hält sich in engen Grenzen. Wie aussichtslos unser Lage ist, realisieren wir als auch das dritte Polizeiauto ohne anzuhalten an uns vorbeigefahren ist. Und siehe da, es geschehen doch noch Wunder. Ein Polizeiauto hält an, dreht und ein wohlbeleibter farbiger Beamter entsteigt dem Wagen und erkundigt sich freundlich nach unserem Problem. Er schlägt dann vor, einen von uns nach Grahamstown an eine Tankstelle zu fahren und ein Kollege werde dann den Rücktransport übernehmen. Gerne akzeptieren wir den Vorschlag und ich setze mich mit dem leeren Benzinkanister in seinen Wagen. Es sind noch etwa 35 km bis Grahamstown und dort wartet bereits sein junger Kollege, der mich mit vollem Benzinkanister wieder zurückfährt. Dieser lässt es sich dann auch nicht nehmen, das Benzin eigenhändig einzufüllen und anschliessend verabschiedet er sich mit Blaulicht und heulender Sirene zum Gruss.
Wir haben so etwa gute Stunden verloren und schaffen es so gerade noch bis nach King Williams Town, die letzte Strecke schon in der früh einsetzenden Dunkelheit. In Anbetracht der immer wieder vorkommenden Schlaglöcher und der anderen Strassenbenutzer, wie Kühe Hunde und Fussgänger, die man in der Dunkelheit kaum sieht, beschliessen wir, hier über Nacht zu bleiben, auch wenn wir den im Führer angegebenen Campingplatz nirgends finden können. Das Städtchen macht so ein bisschen einen Wildwesteindruck, der sich noch verstärkt, als ich sehe, dass es hier nichts aussergewöhnliches ist, mit der Pistole im Halfter herumzulaufen. Dennoch, wir übernachten sicher und ruhig in unserem Hotelbus auf dem Parkplatz einer 24-Stunden Tankstelle.