06 Dezember 2006

Endlich Elefanten

Ein trüber Samichlaustag, der uns in Erinnerung ruft, dass hier Regenzeit ist und ein wenig Heimweh nach Lebkuchen, Mandarinen und Erdnüssen aufkommen lässt. Nur über Mittag hellt es kurz auf, schon am Nachmittag aber schüttet es wieder wie aus Kübeln. Just in der trockenen Phase durchfahren wie den gesamten Caprivistrip, kommen aber irgendwie nicht so richtig vorwärts. Immer wieder halten wir an: zweimal wegen offiziellen Kontrollen, zweimal wegen Schildkröten, die über die Fahrbahn kriechen

und (sage und schreibe!) fünfmal wegen einem Chamäleon.

Nur mit Mühe und Not kann ich Marcel davon abhalten, so ein süsses Viechlein als Haustier mit in den Bus zu nehmen. Als sich das grüne Reptil jedoch auf dem Armaturenbrett schwarz verfärbt, verzweifelt und vergeblich versucht, sich an den Scheibenwischern festzuklammern und angriffig faucht und zischt, kommt auch Marcel zur Einsicht, dass es vernünftiger ist, ohne Haustier weiterzureisen. Und dann endlich sehen wir auch die langersehnten Dickhäuter!

Die grossen Kolosse stehen unmittelbar neben unserer Fahrbahn im Wald und kauen genüsslich an den Sträuchern und Bäumen. Wir sind entzückt, halten aber einen respektvollen Abstand ein.
Als wir schliesslich endlich in Katima Mulilo ankommen ist dort wegen der grossen Regenfälle gerade der Strom ausgefallen. Doch da wir uns in Afrika befinden, beeindruckt das niemanden gross, dass Leben geht weiter... Der Stromausfall dauert bis 20 Uhr; wir sind froh, dass wir uns mit dem Gaskocher selber verpflegen können.